Anke Dyes
7. August - 4. September 2010
Performance:
(got) ISSUES
Anna Lopez und Inka Meißner als Die Krankenschwester / P.
#1 06.8. 20 Uhr
#2 13.8. 20 Uhr
#3 20.8. 20 Uhr
#4 27.8. 20 Uhr
#5 03.9. 20 Uhr














2010, Anke Dyes, 29,7 x 21,0 cm, Inkjetprint

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Was machen die Nächte in der neuen Stadt mit dir? Jede Veränderung bringt über die Zeit auch körperliche Deformationen mit sich, plötzlich sieht man wahnsinnig gut oder bescheuert aus. Die Zeit bis dahin kann unterschiedlich lang sein, das ist ein einsamer Prozess - aber vielleicht noch nicht mal ein Prozess, sondern etwas spontan auftretendes, wie Pickel oder dergleichen. Dem widersprechend, erzählen sich die Puebloindianer Geschichten von der Seelenwanderung. Diese, d.h. der Gehalt des Menschen, gehe immer zu Fuss; niemals reist das Innere auf Pferden. Wenn sie dann angekommen ist - die Seele - das ist dann der Moment der Verwandlung. Das hatte John Smith nicht verstanden in seiner blödsinnigen Dutzendmentalität. Eine bis heute anhaltende Entsprechung, eine Europäische Erzählung, bringt die Ökonomie hervor; nein, die Denker der Ökonomie. Adam Smith wusste um den Eigensinn des Immateriellen, Marx sowieso. John und Adam Smith teilen nicht viel mehr als ihren Namen, wie auch Groucho, Chico, Harpo, Gummo, Zeppo und Karl Marx.
(Von allen Formen des Verschwindens kann viel schlechtes gesagt werden, soviel habe ich bereits verstanden. Trotzdem bleibt im Entziehen noch ein Rest von Selbstbestimmung enthalten und den darf man nicht vergessen. Auch ist Verschwinden nicht immer ein Verfall und Verfall nicht immer ein reduktiver Vorgang. Eine Erdbeernase spricht für sich. In ihr verbinden sich Zeichen und Zeit, so trägt man Geschichte im Gesicht. Dass aber das nicht notwendigerweise eine Erfolgsgeschichte ist, liegt auf der Hand. Denkt man Beispielsweise an Erdbeernase und seinen Zwang zur Wiederholung, so müsste in der wiederholten Geschichte die Hoffnung auf Verschleiss und Auslöschung liegen. Sein Insistieren wäre demnach kein charmanter Reifestil, sondern eine ganz kalkulierte Scheisse.
Bei John Smith ist das ganz anders, ebenso gemacht, aber mehr passiert. Der erzählt die gleiche Geschichte zweimal, weil er keine andere zur Verfügung hat, wie Du sagst. Aber das musste ja irgendwann irgendwem auffallen. Zu dem Zeitpunkt hatte er sich allerdings erzählerisch schon längst verausgabt.)
Niklas Lichti