Benjamin Dittrich

Dünner Pelz
14.4. – 12.5.2018

„Die Welt in der wir leben“
ist eines der Bücher, aus denen Benjamin Dittrich seine Bilderwelten entwickelt. Es ist eine enzyklopädisch angelegte Publikation, die 1955 zum ersten Mal in deutscher Übersetzung erscheint und seitdem in vielfacher Auflage zwei Botschaften im Titel transportiert: Es ist EINE Welt, in der WIR alle leben. So einnehmend diese Formulierung wirkt, beschreibt sie zugleich ein Dilemma, das die kunstwissenschaftliche Forschung zum technischen Bild in den letzten Jahrzehnten vielfach bearbeitet hat: Es gibt nicht nur eine Perspektive auf die Welt. Darstellungen von biologischen, evolutionären Prozessen, physikalischen oder mechanischen Reaktionen können nicht objektiv sein. Wie alle Bilder erzeugen sie den Sinn, den sie illustrieren, auch selbst.
Benjamin Dittrich nähert sich den Illustrationen schwärmerisch, er holt sie aus den Büchern heraus, entfernt die schriftlichen Erklärungen und konzentriert sich auf visuelle Symbole und ihre Beziehungen, auf Farbinszenierungen und Komposition. Er ist damit im klassischen Feld der Malerei und es wundert nicht, dass seine Gemälde und Grafiken eine hohe ästhetische Attraktivität entfalten. Aber es gibt einen irritierenden Unterton. Denn der Ursprung der Motive, das technische Bild, ist stets präsent und tritt in Konkurrenz zur gemalten Fassung. Hier steigen quasi zwei entgegengesetzte Konzepte zur Erkenntnisgewinnung gemeinsam in den Ring: sachliche Illustrationen versus prozessorientierte und ergebnisoffene Malerei. Und eine Erkenntnis setzt sich dabei durch: Dass weder Bilder noch Gedanken objektiv sein können.

Matilda Felix, Kuratorin, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

english

„The world we live in“ / „Die Welt in der wir leben“
is one of the books that informs Benjamin Dittrich’s visual cosmos. It is, in its essence, an encyclopedic compendium first translated and published in German in 1955. Contained within its title, which remained unchanged through a myriad of editions, are two messages: It is ONE world, which WE all live in. As simple and plausible as this phrase may seem, it nonetheless encapsulates the intrinsic dilemma of the visual depiction of scientific and technological principles, which has been negotiated frequently in art history research in the last decades: There is more than one way of looking at the world. Visualizations of biological or evolutionary processes, of physical or mechanical interaction and reaction, cannot be objective. Like any image, they produce the very meaning they illustrate.

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Übersetzung / Translation: Lukas Holldorf & Kathleen Krol

Zarter Fels
19.4. – 13.5.2018
S.U.S.
19.2. – 10.2.2018
HERBST
7.9. – 24.9.2017

Benjamin Dittrich & Paula Gehrmann

BLACK SUGAR
22.7. – 3.10.2017
LOKALER SUPERHAUFEN
21.10. – 19.11.2016
Geh doch (nach) Reude, du Opfer!
30.7.2016 – 3.9.2017
ZURÜCK ZU DEN LURCHEN
19.3. – 25.4.2015
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